Damals im Literaturunterricht…

Posted in Allgemein by Carsten @ Jan 29, 2009 - Comments (3)

Ab und an durchsucht man ja seine Festplatte nach alten Dateien. Heute fiel mir bei eben dieser Tätigkeit ein Text in die Hände, den ich damals im Literaturunterricht geschrieben habe.
Die Aufgabenstellung war simpel: Eine Geschichte, freie Themenwahl mit x Zeichen. Da unsere damalige Lehrerin das Genre “Science-Fiction” nicht wirklich kannte und ich mit ihr darüber ins Gespräch kam, beschloss ich die abstruseste Sci-Fi Geschichte der Welt zu verfassen.
Einen Tag vor Abgabe habe ich damit angefangen und mittels vier Litern Cola Light die Nacht durchgemacht, damit die Geschichte (ca. 12 Seiten) rechtzeitig fertig wurde. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich dafür eine 2 bekommen (auch wenn ich denke, dass meine Lehrerin die Geschichte nie zuende gelesen hat). Und nein – es waren keine Drogen im Spiel – einzig der Wunsch, meine Lehrerin ein wenig zu foppen.

Die folgenden Zeilen sind quasi der Erklärungstext, bevor die Story überhaupt losgeht.

Einleitung und Hintergrunderklärungen zur Geschichte:

Abduhl Schalmah: 26 Jahre alt (Hauptfigur), besitzt drei Augenpaare, eines davon ist an seinem rechten Fuß, weswegen er dort nie eine Socke oder einen Schuh trägt. Die beiden anderen Augenpaare sind jeweils über und unter der Nase angebracht. Abduhl ist ein Fielmannologe. Sein Planet ist im Bild des Orions, dritter Stern von links. Er ist bei einem Weltraumtaxidienst tätig und wohl der schlechteste aller Piloten, die die unendlichen Weiten des Universums je gesehen haben. Abduhl ist ein Vollwaise und weiß weder wo er herkommt noch wer seine Eltern waren. Seinen Namen hat er bei einer Tombola gewonnen.
Momentan versucht er sich selbständig zu machen, dies gelingt ihm aber nicht, da er so wahnsinnig viele Unfälle baut.
Sein Leben beginnt interessant zu werden als er auf Hans trifft. Hans ist nicht etwa der Name einer Person, sondern die Abkürzung für Hochkompliziertes Algorytmysches Nuclear System. Dies ist ein Computer, der bei dem Taxidienst arbeitet, bei dem auch Abduhl angestellt ist. Dieses System verwaltet die Unfälle und Reperaturkosten, die bei dieser Firma entstehen. Als Abduhl einen Unfall kosmischer Ausmaße provoziert, in dem er eine rote Ampel überfährt, und mit über 6000 Billionen mph (Obwohl nur 50 Millionen mph erlaubt waren) in die sowieso schon dicht befahrende Kreuzung einfährt, einen schweren Protonenanhänger rammt, der wiederum andere Kleinfahrzeuge mit sich reißt und als dichter Keramik Titan Klumpen Richtung Sonne rast und aufgrund seiner Protonenladung die Sonne in einen Roten Riesen verwandelt, wird dieses System mit den zu berechnenden Kosten nicht mehr fertig und entwickelt ein eigenes, chaotisches Bewußtsein. Die Angestellten merken dies, und wollen den Computer sofort zerstören, doch dieser überspielt seine Daten schnell in die Konsole des Taxis, welches den Unfall verursacht hat – Abduhls! So lernt Abduhl Hans kennen. Abduhl nennt Hans, Clarin, und beide flüchten vor der Taxigesellschaft. Abduhl weil er den immensen Schaden, der immer noch nicht vollkommen berechnet ist, zahlen müßte, und Hans, weil keine Computersysteme mit eigenem Bewußtsein geduldet werden.
Um sich über Wasser zu halten, fängt Abduhl an bei Grimmango zu arbeiten. Doch bald schon merkt er, dass sein Chef nicht gerade im Rahmen der Legalität operiert. Doch die Polizei bleibt ihnen immer dicht auf den Versen, so daß Abduhl und Hans immer wieder flüchten müssen. Bei einem erneuten Fluchtversuch versucht Abduhl die Polizei abzuhängen indem er mit bahnbrechender Geschwindigkeit auf eine Sonne zurast, in der Hoffnung die Polizei würde sich dieses Manöver nicht trauen. Damit behielt er zwar recht, doch als er das Gravitationsfeld der Sonne verlassen wollte, versagten die Impulsgeneratoren, und Abduhls Raumjet drohte auf die Sonne zu stürzen. Nur dank Hans gelingt ihnen ein Umkehrversuch. Hans fliegt so lange wie möglich auf die Sonne zu, um im letzten Moment zur Seite auszuweichen, um die Gravitationskraft der Sonne zu nutzen, damit sie genug Geschwindigkeit erlangen um aus ihrer Umlaufbahn zu gelangen. Leider werden sie so schnell, daß sie in unbekannte Galaxie katapultiert werden. Dort beginnen für Abduhl und Hans die aufregendsten Abenteuer. Sie lernen einen sprechenden Otter, einen mutierten Toaster (jedenfalls hat das Ding Ähnlichkeit mit einem Toaster) und eine sadistische Sardinenkolonie und viele andere komische Gestalten kennen.

Die Kultur und Gesellschaft der Fielmannologen:

Die Gesamtbevölkerung des Planeten Fielmann beläuft sich auch ca. 100 Milliarden. Dazu muß aber gesagt werden was alles unter Bevölkerung verstanden wird.
Erst einmal ist es wichtig zu wissen, das jeder Fielmannologe komplett anders aussieht. Nicht jeder hat z.B. wie Abduhl drei  Augenpaare. Ein paar haben vielleicht 12, andere wiederum gar keines. Die Fielmannologen weisen Mutationen der unterschiedlichsten Art auf. So gibt es z.B. Fielmannologen mit 12 Dutzend Armen, andere haben sechs Paar Beine. Ganz ausgefallene Mutationen sehen so aus, dass man z.B. eine Fußnagel unterm rechten Auge hat, oder den kleinen Finger hinterm Ohr. Ein paar haben auch den dicken Zeh aus der Nase hängen. Dies ist der Primärgrund warum es auf Fielmann keine Modeerscheinungen gibt. Es gibt nur Spezialschneidereien, die die Kleidung für jeden persönlich anfertigen. So kommt es das die Kinder der Fielmannologen bis zu ihrem 20 Lebensjahr (denn dann sind sie vollkommen ausgewachsen), nackt umherlaufen – vorher macht es einfach keinen Sinn in Hosen zu investieren, da der Körperbau sich jeder Zeit ändern kann.

Dies ist wiederum der Grund warum es so viele Apotheken auf Fielmann gibt. Die nackten Kinder sind anfälliger für Krankheiten und bekommen häufiger Schnupfen, bis auf jene die statt einer Nase zwei Hintern haben, die bekommen höchsten Blähungen.
Das schlimmste aber ist, das es ab dem 28 Lebensjahr zu erneuten Mutationen am angeblich ausgewachsenen Fielmannologe gibt. Es kann also durchaus passieren, dass sich ein Fielmannologe gerade eine neue Hose gekauft hat, weil er drei Beine hat, als ihm auch schon ein viertes dazuwächst, oder ihm eins oder zwei einfach absterben. Der Clou ist wohl, dass diese abgestorbenen Körperteile nicht wirklich tot sind, sondern sich einfach selbständig machen und auf die Suche nach einem Partner gehen, um eine neue Rasse zu gründen. Aus ästhetischen Gründen werden diese Körperteile gejagt und eingeschmolzen (daraus wird dann Zahnseide gemacht) damit keine neuen, noch aberwitzige Mutationen entstehen. Dies klingt auch grausamer als es ist – schließlich haben die abgefallenden Körperteile kein Bewußtsein, sondern verfolgen nur das Ziel, sich immer weiter zu paaren, bis es eines Tages die Super-aberwitzige-Mutation gibt.

Diese körperliche Erscheinungen sind auch der Grund, warum kein Fielmannologe (außer Abduhl) je ein Fahrzeug gesteuert hat. Schließlich ist es recht schwer, mit nur einen Fuß zu fahren, oder zehn Arme immer stillzuhalten, wenn man nur zwei braucht.
Auf Fielmann gibt es keine Religion. Alle Fielmannologen glauben als einziges an die Natur und an ihre Vielfältigkeit.
Die Hauptberufe die auf Fielmann vertreten sind, sind Schneider, Apotheker, Arzt und Architekt. Das Primärgut welches Fielmann für die anderen Planeten interessant macht, ist die Zahnseide.

Personen:

Abduhl Schalmah: 26 Jahre alt, Fielmannologe, Taxifahrer. Groß, braune Haut, drau Augenpaare.

Hans: Sein Computersystem, das einzige welches ein eigenes Bewußtsein hat. Hans wird von Abduhl Clarin genannt. Sich selbst sieht Hans eher als eine Frau als ein Mann.

Grimmango: Zwielichtiger Geschäftsmann, für den Abduhl einige dubiose Jobs erledigt, nachdem er vor dem Taxiunternehmen geflüchtet ist.

Ein sprechender Otter: Ein einfacher Otter halt, nur mit dem kleinen Unterschied das er sprechen kann und einen Abschluß in Meta und Quantenphysik hat, sowie 32 Sprachen und 12 Dutzend Dialekte frei sprechen kann. Er hilft Abduhl in der unbekannten Galaxie mit neuen Rassen zu kommunizieren.

Ein mutierter Toaster:
Diesen lernen sie kennen als sie auf einen ehemals hochzivilisierten Planeten Notlanden müssen. Der Toaster ist das letzte Stück einer hochentwickelten Kultur. Er bittet Abduhl mitkommen zu dürfen, und kümmert sich von da an um den Haushalt auf dem Raumjet.

Die sadistische Sardinenkolonie: Sie ist der erste Feind den Abduhl gleich zu Anfang kennen lernt. Nur mit Mühe gelingt es ihm, ihr zu entwischen. Doch sie hat sich geschworen, Abduhl so lange zu jagen bis, sie ihn gefangen und in Öl eingelegt haben.