Nach langer Zeit haben Alissa und ich mal wieder den beschwerlichen Gang ins Kino auf uns genommen. Ziel unserer Bemühungen war der erste Teil der letzten Filmauskopplung von Harry Potter. Im Grunde wurden wir nicht enttäuscht und ohne sehr viel zu verraten kann ich sagen, dass der Film “krass düster” und eigentlich nichts mehr für 12 Jährige ist. Leider ist das Ende ein wenig unbefriedigend – gerade im Hinblick darauf, dass man nun ein weiteres Jahr warten muss, aber schließlich will die Cashcow ja auch weiterhin gemolken werden.

Wirklich skurril an diesem Abend war jedoch nicht der Film, sondern das Schattenreich der kommerziellen Verdummung davor. Liebe “Verantwortliche”: Warum ist Kinowerbung noch nicht in unserem Jahrhundert angekommen? Anstrengende 30 Minuten habe ich Spot um Spot auf mein Hirn herab regnen lassen und mich unentwegt gefragt, ob der Vorführer nicht eventuell ein Werbe-Band aus den 80er eingelegt hat. Die Themen, “Alkoholmissbrauch, Vorsorge, Versicherungen etc.” werden zwar auch im privaten Fernsehen angesprochen, jedoch deutlich besser umgesetzt. Hier hat einfach nichts gestimmt – Sprecher, Text, Aussage, Kamera, Schnitt, Dramaturgie, Musik. Schrecklich, gerade weil man eben nicht davor fliehen kann. Man hat den Platz bezahlt und muss nun wartend darauf hoffen, dass nicht zu viele Gehirnzellen freiwillig über das Rückgrat versuchen in den Magen zu gelangen, um sich dort in der Nacho-Käsesauce-Säure zu ertränken.

Das am Ende der Ticketautomat des Parkhauses nur Münzen angenommen hat, wirklich keiner um 00 Uhr da war um einen Schein zu wechseln und wir uns von Taxi-Fahrer zu Taxi-Fahrer gehangelt haben, war dagegen schon fast angenehm.

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